Lohnt sich Photovoltaik 2026 noch?

Ja, aber aus einem anderen Grund als vor zehn Jahren. Damals war Photovoltaik eine Geldanlage über die Einspeisevergütung. Heute liegt diese bei 7,70 Cent je Kilowattstunde, während zugekaufter Strom ein Vielfaches kostet. Die Rechnung entsteht deshalb über den Eigenverbrauch, denn jede selbst genutzte Kilowattstunde spart Ihnen den vollen Strompreis und nicht nur die Vergütung. Wer viel Strom im Haus behält, hat die Anlage nach etwa zehn bis vierzehn Jahren bezahlt.

Was hat sich gegenüber früher geändert?

Vor zehn oder fünfzehn Jahren war die Rechnung einfach: Man baute eine Anlage, speiste alles ein und bekam dafür eine Vergütung, die deutlich über den Erzeugungskosten lag. Photovoltaik war eine Geldanlage mit Dach.

Diese Zeit ist vorbei. Die Einspeisevergütung liegt heute bei einem Bruchteil dessen, was zugekaufter Strom kostet. Wer eine Anlage baut, um einzuspeisen, wird enttäuscht.

Gleichzeitig ist etwas anderes passiert: Die Anlagenpreise sind stark gefallen, und die Strompreise sind gestiegen. Das hat die Rechnung umgedreht. Der Wert einer Anlage entsteht heute dort, wo Strom nicht mehr gekauft werden muss.

Warum entscheidet der Eigenverbrauch alles?

Zwischen dem, was Sie für eine Kilowattstunde zahlen, und dem, was Sie für eine eingespeiste bekommen, liegt derzeit ungefähr der Faktor vier. Jede Kilowattstunde, die im Haus bleibt, ist also grob viermal so viel wert wie eine eingespeiste.

Daraus folgt eine Regel, die vielen Bauherren zunächst gegen den Strich geht: Die wirtschaftlich beste Anlage ist die, deren Strom zum größten Teil im Haus bleibt.

Das gilt allerdings nur bei gleichbleibendem Verbrauch. Kommt eine Wärmepumpe oder ein E-Auto dazu, steigt der Verbrauch deutlich, und eine knapp ausgelegte Anlage wird zum Fehler. Nachrüsten ist teurer als gleich richtig planen, weil Gerüst, Anfahrt und Anmeldung ein zweites Mal anfallen.

Wie lange dauert die Amortisation?

Seriöse Rechnungen kommen bei einem Einfamilienhaus derzeit auf etwa zehn bis vierzehn Jahre, abhängig von Dachausrichtung, Verbrauch, Strompreis und davon, ob ein Speicher dabei ist.

Werte von unter acht Jahren kommen vor, setzen aber sehr günstige Bedingungen voraus: hoher Eigenverbrauch, hoher Strompreis, gute Ausrichtung, günstiger Anlagenpreis. Wenn Ihnen jemand ohne Kenntnis Ihres Dachs sieben Jahre verspricht, fragen Sie nach den Annahmen.

Wichtig ist außerdem, was danach kommt. Module sind auf deutlich mehr als zwanzig Jahre ausgelegt, die Einspeisevergütung läuft zwanzig Jahre. Die Jahre nach der Amortisation sind der eigentliche Ertrag.

Wo die Grenze liegt

Wir raten in diesen Fällen ab oder empfehlen zu warten:

  • Starke Verschattung. Ein Baum oder Nachbargebäude, das über Stunden Modulreihen abschattet, drückt den Ertrag stärker, als Optimierer ausgleichen können.
  • Reine Nordfläche. Bei 35 Grad Neigung liegt der Ertrag bei rund 52 Prozent einer gleich geneigten Südfläche. Bei flacheren Dächern fällt der Abstand kleiner aus. Es gibt Fälle, in denen das trotzdem aufgeht, aber sie sind die Ausnahme.
  • Sehr niedriger Verbrauch. Unter etwa 2.000 Kilowattstunden im Jahr bleibt zu wenig Einsparpotenzial.
  • Anstehende Dachsanierung. Machen Sie zuerst das Dach. Eine Anlage abzubauen und wieder aufzubauen kostet mehrere tausend Euro.

Was passiert nach zwanzig Jahren?

Die Einspeisevergütung ist auf zwanzig Jahre ab Inbetriebnahme festgeschrieben. Danach fällt sie weg, die Anlage aber nicht. Module sind auf deutlich längere Laufzeiten ausgelegt, und der herstellerüblich garantierte Leistungsverlust liegt bei einem halben Prozent im Jahr. Rechnerisch stehen nach zwanzig Jahren also noch rund neunzig Prozent der Anfangsleistung zur Verfügung.

Entscheidend ist, was danach mit dem Strom geschieht. Der Eigenverbrauch ist von dem Stichtag überhaupt nicht betroffen. Jede Kilowattstunde, die Sie im Haus behalten, spart Ihnen weiterhin den vollen Bezugspreis, unabhängig davon, ob Ihnen für den Überschuss noch jemand etwas zahlt. Wer seine Anlage von Anfang an auf Eigenverbrauch ausgelegt hat, verliert im Jahr einundzwanzig also nur den kleineren Teil der Rechnung.

Für den Überschuss gibt es danach mehrere Wege, und welcher davon 2046 der übliche sein wird, weiß heute niemand. Das ist kein Grund zur Sorge, aber ein Grund, die Anlage nicht auf die Einspeisung zu optimieren.

Was, wenn die Strompreise wieder fallen?

Das ist der ehrliche Einwand gegen jede Photovoltaikrechnung, und er wird selten genannt: Der gesamte Vorteil des Eigenverbrauchs hängt am Bezugspreis. Fällt der, fällt die Ersparnis, und die Amortisation verlängert sich.

Zwei Dinge mildern das. Erstens ist die Einspeisevergütung für zwanzig Jahre fest. Sie fällt nicht mit dem Marktpreis. Der eingespeiste Teil der Erzeugung ist damit gegen genau dieses Szenario abgesichert, während der eigenverbrauchte Teil daran hängt. Zweitens enthält Ihr Strompreis Netzentgelte, Abgaben und Steuern, die vom Börsenpreis weitgehend unabhängig sind und über die Jahre eher gestiegen als gefallen sind.

Wer trotzdem konservativ rechnen möchte, setzt im Photovoltaik-Rechner einen niedrigeren Strompreis an und sieht, wie sich die Amortisation verschiebt. Genau dafür sind die Annahmen dort aufklappbar.

Der Zeitpunkt

Die Einspeisevergütung sinkt halbjährlich um ein Prozent. Eile ist damit nicht geboten, ein Grund zum Abwarten aber auch nicht: Wer heute in Betrieb geht, sichert sich den aktuellen Satz für zwanzig Jahre.

Wichtiger als dieser Effekt ist ohnehin der Strompreis. Jedes Jahr ohne eigene Anlage ist ein Jahr, in dem Sie den vollen Tarif zahlen. Das ist der eigentliche Kostenfaktor des Wartens.

Rechnen Sie es für Ihr Dach durch. Der Photovoltaik-Rechner zeigt Ihnen Ertrag, Eigenverbrauch, Investitionsspanne und Amortisation, und alle Annahmen dahinter können Sie aufklappen und prüfen.

Diese Rechnung für Ihr Dach durchspielen

Was wird uns dazu noch gefragt?

Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2026?

Für die ersten 10 kWp mit Überschusseinspeisung liegt sie bei 7,70 Cent je Kilowattstunde, festgeschrieben für 20 Jahre ab Inbetriebnahme. Vergütet wird damit der Anteil zwischen 10 und 40 kWp, nicht die ganze Anlage. Die Sätze sinken halbjährlich um ein Prozent. Die aktuellen gelten für Anlagen, die bis zum 31. Januar 2027 in Betrieb gehen. Wer früher anschließt, sichert sich den höheren Satz für zwei Jahrzehnte.

Rechnet sich eine Anlage ohne Speicher?

Ja, oft sogar besser als mit. Ohne Speicher ist die Investition deutlich niedriger, dafür bleibt weniger Strom im Haus. Ob sich der Speicher lohnt, hängt an Ihrem Verbrauch und Ihrem Strompreis. Bei niedrigem Verbrauch verlängert ein Speicher die Amortisation.

Für wen lohnt sich Photovoltaik heute nicht?

Bei stark verschatteten Dächern, bei reinen Nordflächen und bei sehr niedrigem Stromverbrauch von unter etwa 2.000 Kilowattstunden im Jahr wird die Rechnung schwierig. Auch wenn eine Dachsanierung in den nächsten Jahren ansteht, sollte man diese zuerst machen: Eine Anlage abzubauen und neu zu montieren kostet mehr, als sie später gleich richtig zu installieren.

Muss ich die Einnahmen versteuern?

Für Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern sind die Einnahmen einkommensteuerfrei. Beim Kauf gilt zudem der Nullsteuersatz nach § 12 Absatz 3 Umsatzsteuergesetz. Damit entfällt für die meisten Privathaushalte der steuerliche Aufwand, der früher gegen eine Anlage sprach. Für Ihren konkreten Fall ist eine Steuerberatung zuständig.

Wie fällt die Rechnung für Ihr Dach aus?

Der Artikel beantwortet die Frage allgemein. Für Ihr Haus hängt sie an Dachfläche, Ausrichtung, Verbrauch und Netzbetreiber.

  • Wir sagen auch, wenn sich Ihr Dach nicht lohnt
  • Alle Annahmen der Rechnung liegen offen
  • Kostenlos, unverbindlich, Termin nur nach Absprache

Schritt 1 von 8 Interesse

Was möchten Sie für Ihr Gebäude prüfen?

Mehrfachauswahl möglich, Sie legen sich damit auf nichts fest.

Um welches Gebäude geht es?
Wie ist Ihr Dach ausgerichtet?

Wenn Sie es nicht wissen, ist das kein Problem. Wir klären das bei der Dachprüfung.

Wie hoch ist Ihr Stromverbrauch im Jahr?

Die Zahl steht auf Ihrer letzten Stromrechnung. Eine Schätzung genügt uns.

Sind Sie Eigentümer der Immobilie?

Für die Anlage brauchen wir am Ende die Zustimmung des Eigentümers.

Wann möchten Sie starten?

Eine realistische Einschätzung hilft uns bei der Terminplanung. Sie ist nicht bindend.

Wo steht das Gebäude?

Die Postleitzahl brauchen wir, um regionale Förderprogramme und den zuständigen Netzbetreiber zu prüfen.

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