Solaranlage mieten oder kaufen?
Beim Kauf zahlen Sie einmal und die Anlage gehört Ihnen. Bei der Miete zahlen Sie zwanzig Jahre lang eine feste Rate und die Anlage gehört dem Anbieter. Über die Laufzeit ist Miete in aller Regel deutlich teurer. Sie hat trotzdem eine Berechtigung, nämlich dann, wenn kein Kapital verfügbar ist und ein Kredit nicht infrage kommt. Alles andere ist eine Frage der Rechnung.
Der Unterschied in einem Satz
Beim Kauf tragen Sie das Kapital und bekommen dafür den vollen wirtschaftlichen Vorteil. Bei der Miete trägt der Anbieter das Kapital und behält dafür einen Teil des Vorteils. Alles Weitere ist Ausgestaltung.
Das klingt banal, wird in der Diskussion aber oft verwischt, weil Mietmodelle mit Argumenten beworben werden, die eigentlich für Photovoltaik allgemein sprechen: Unabhängigkeit, Klimaschutz, sinkende Stromkosten. Die gelten für beide Wege. Der Unterschied liegt nur in der Finanzierung.
Ein Punkt daran ist steuerlich und wird selten genannt: Der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG greift bei der Lieferung und Installation an den Betreiber der Anlage. Kaufen Sie, sind Sie dieser Betreiber und die Anlage kommt ohne Umsatzsteuer zu Ihnen. Bei der Miete ist der Anbieter der Betreiber. Steuerliche Vorteile fallen dort an, und Ihre Monatsrate ist eine Dienstleistung mit dem regulären Steuersatz. Das ersetzt keine Steuerberatung. Es sagt Ihnen nur, welche Frage Sie dort stellen sollten.
Wie rechnen Sie ein Mietangebot selbst nach?
Sie brauchen dafür keine Beratung, nur zwei Zahlen aus dem Mietangebot:
- Die Monatsrate und die Laufzeit. Rate mal 12 mal Laufzeitjahre ergibt die Gesamtsumme.
- Die Kaufoption am Laufzeitende, falls es eine gibt. Manche Verträge sehen vor, dass die Anlage danach gegen eine Restzahlung übergeht, andere sehen den Rückbau vor.
Diese Summe stellen Sie dem Kaufpreis einer vergleichbaren Anlage gegenüber. Achten Sie darauf, dass die Anlagengröße wirklich vergleichbar ist, das ist die häufigste Verzerrung in solchen Gegenüberstellungen.
Bei einem Kaufangebot sollten Sie zusätzlich die Finanzierung mitrechnen, wenn Sie nicht bar zahlen. Erst dann ist der Vergleich fair: Miete gegen Kauf plus Kredit.
Wann ist Miete trotzdem sinnvoll?
Wir verkaufen Anlagen und vermieten sie nicht. Trotzdem gibt es Konstellationen, in denen Miete die bessere Wahl ist:
- Kein Kapital und kein Kreditzugang. Wenn ein Modernisierungskredit nicht infrage kommt, ist eine gemietete Anlage besser als gar keine.
- Der ausdrückliche Wunsch, sich um nichts kümmern zu müssen. Wer sich mit Wartung, Versicherung und Monitoring gar nicht befassen möchte und dafür bezahlen will, bekommt genau das.
- Kurzer Planungshorizont. Wenn völlig offen ist, ob Sie in fünf Jahren noch dort wohnen, kann die Bindung eines Kaufs unpassend sein. Allerdings ist die Bindung eines Mietvertrags dann meist noch unpassender.
Worauf müssen Sie im Mietvertrag achten?
Wenn Sie ein Mietangebot prüfen, sind das die Stellen, die zählen:
Laufzeit und Kündigung. Zwanzig Jahre sind lang. Was passiert bei Kündigung vor Ablauf, und was kostet sie?
Hausverkauf. Übernahme durch den Käufer, Ablösung oder Rückbau? Die Antwort steht im Vertrag und beeinflusst den Verkaufspreis Ihres Hauses.
Wem gehört die Einspeisevergütung? In manchen Verträgen behält der Anbieter sie, in anderen fließt sie an Sie. Das macht über zwanzig Jahre einen erheblichen Unterschied.
Ratenanpassung. Ist die Rate über die gesamte Laufzeit fest oder an einen Index gekoppelt?
Dachrechte. Welche Rechte am Dach räumen Sie ein, und was gilt, wenn Sie das Dach sanieren müssen? Ein Dachdecker, der wegen einer fremden Anlage nicht arbeiten kann, ist ein teures Problem.
Zustand am Laufzeitende. Rückbau auf wessen Kosten, und wer stellt die Dachhaut wieder her?
Unsere Position
Wir verkaufen, weil wir es in den meisten Fällen für den besseren Weg halten: Die Anlage gehört Ihnen ab der Abnahme, mit allen Herstellergarantien, ohne Dauervertrag und ohne Fremdrechte an Ihrem Dach. Wenn Kapital das Thema ist, sprechen wir über Förderung und Finanzierung.
Wenn Sie nach dem Vergleich zu einem anderen Schluss kommen, ist das ein legitimes Ergebnis. Rechnen Sie es einmal selbst durch, bevor Sie unterschreiben. Der Photovoltaik-Rechner auf dieser Seite zeigt Ihnen die Kaufseite der Rechnung, die Mietseite steht in Ihrem Angebot.
Was wird uns dazu noch gefragt?
Was kostet eine gemietete Solaranlage über 20 Jahre?
Das hängt vom Anbieter ab, aber die Größenordnung lässt sich leicht selbst prüfen: Monatsrate mal 12 mal 20, plus eventuelle Kaufoption am Ende. Vergleichen Sie diese Summe mit dem Kaufpreis einer vergleichbaren Anlage. In den meisten Angeboten liegt die Mietsumme deutlich darüber. Das ist der Preis dafür, dass jemand anderes das Kapital stellt und das Betriebsrisiko trägt. Unseriös ist daran nichts.
Was passiert bei einem Hausverkauf?
Der Mietvertrag muss übernommen werden, entweder vom Käufer oder durch Ablösung. Beides kann den Verkauf erschweren, weil der Käufer eine Verpflichtung mitkauft, die er nicht ausgesucht hat. Eine gekaufte Anlage ist dagegen ein Wertbestandteil der Immobilie. Wenn ein Verkauf in den nächsten Jahren möglich ist, sollte das in die Entscheidung einfließen.
Wer repariert bei Miete, wer bei Kauf?
Bei der Miete ist Wartung und Reparatur üblicherweise im Vertrag enthalten, das ist der Hauptvorteil des Modells. Beim Kauf haben Sie Herstellergarantien auf Module, Wechselrichter und Speicher sowie die Gewährleistung des Montagebetriebs. Der praktische Unterschied ist geringer als oft dargestellt, weil Ausfälle bei Photovoltaik selten sind und die Garantien lange laufen.
Gibt es bei Miete auch Förderung?
Den Nullsteuersatz nutzt der Anbieter, weil er der Erwerber der Anlage ist. Die Einspeisevergütung fließt je nach Vertragsgestaltung an ihn oder an Sie. Bei der Wärmepumpe gilt: Den KfW-Zuschuss erhält, wer investiert. Prüfen Sie im Mietvertrag genau, wem welche Erträge und Förderungen zustehen.
Wie fällt die Rechnung für Ihr Dach aus?
Der Artikel beantwortet die Frage allgemein. Für Ihr Haus hängt sie an Dachfläche, Ausrichtung, Verbrauch und Netzbetreiber.
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